17.11.12

By the way...

... mein Baby braucht leider keine Junior-Geschenkpackung.

Gestern habe ich vom Präsent-Service ein Päckchen bekommen. Für mein Baby. Lauter Müsterchen, Söckchen, Windeln etc. Schön, oder?

Dieser Geschenke-Service hat mir anfangs so gut gefallen. Aber jetzt schmerzt er. Habe ich nicht geschrieben, dass ich keine Post mehr benötige? Wieso stellen sie mir dann trotzdem ein Paket zu?

Naja, zum Glück kann ich mit all diesen Sachen meine Schwester eindecken. Meine kleine Nichte ist ja noch ein bisschen jünger als Julia.

Vor einem Monat wäre ich wohl noch in Tränen ausgebrochen, wenn ich ein solches Paket bekommen hätte. Heute kann ich schon besser damit umgehen. Zwar macht es mich traurig, aber es bricht keine Welt mehr zusammen.

Und die SOS-Telefonnummer für wenn's mal brennt, die behalte ich besser mal :-)!




Ich wünsche allen ein schönes, erholsames Wochenende!

14.11.12

Tralalalala

Hello everybody! Today we're going to learn a fun song about farm animals! So, stand up and let's get started, shall we?

So starteten wir heute Nachmittag mit unserer Lied-Einführung (Oooold Määäc Donälds...tralalalalala), die wir als Studienaufgabe hatten. Es ist schon irgendwie seltsam, wieder Vorträge und Ähnliches machen zu müssen. Ich fühle mich gleich zehn Jahre jünger!


Wusstet ihr, dass ich genau an Julias 1. Geburtstag meine mündliche Prüfung ablegen müsste? Ich habe meiner Dozentin gesagt, dass ich dann fernbleiben werde und nicht zur Prüfung kommen könne. Sie zeigte grosses Verständnis und so darf ich vermutlich am 7. Juni 2013 die Prüfung machen.

Am 5. Juni feiern wir nämlich Julias 1. himmlischer Geburtstag! Dieses Datum ist für uns schon sehr wichtig! Dafür würde ich sogar eine Ausbildung abbrechen. Manchmal mache ich mir schon Gedanken, wie wir Julias Geburtstag feiern könnten...

So, nun muss ich noch für Morgen vorbereiten...

Deshalb: Bye for now!

13.11.12

Grosseltern

Ja, es sind nicht nur wir Eltern, die trauern. Unsere Eltern - Julias Grosseltern - haben auch ganz schön viel mitgemacht. Auch sie mussten sich gleich wieder von ihrer ersten Enkelin verabschieden. Zudem mussten sie für uns stark sein und uns unter die Arme greifen. Ihr trostspendenden Worte sind auch nicht selbstverständlich.

Wir können unsere Dankbarkeit nicht in Worten ausdrücken, noch können wir ihnen je so viel zurückgeben.

In unserer fortschrittlichen Welt gibt es zum Glück auch immer mehr Vereine und Institutionen, die einem in solchen Situationen helfen können. Eine Grossmutter, deren Enkel an einem Krebsleiden gestorben ist, hat eine Homepage für Grosseltern von Sternenkindern erstellt. Schon nur zu wissen, dass andere Grosseltern dieselben Schritte der Trauer gehen müssen, das Gemeinschaftsgefühl, kann einem weiterhelfen.




12.11.12

Jesaja 43,1



Diesen Bibelvers haben wir für Julias Beerdigung ausgesucht. Meine kleine Schwester hat uns diesen Vers in einem Kärtchen geschrieben und insgeheim gehofft, dass wir ihn an der Beerdigung einsetzen würden. Als wir im Spital den Bibelvers lasen, war für uns beide sofort klar, dass wir diesen Bibelvers nehmen würden.

Für uns steht ein wunderbares Versprechen geschrieben. Dass Julia bei ihrem Namen gerufen wurde!


1 Und nun spricht der HERR, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! ~ Jesaja 43, 1

10.11.12

Meischtens gaats guet

Als Kindergärtnerin bin ich immer wieder auf der Suche nach neuen Liedern für meine kleinen Kindergärtnern. Andrew Bond trifft da meinen Geschmack sehr.

Und wer nicht glaubt, dass diese Lieder durchaus für Erwachsene zutreffend sind, soll mal diesen Liedtext lesen:

"Mängi Schmerze händ kei schnälli Heilig.
Mängisch macht nöd alles sofort Sinn.
Mängisch müend die Trääne eifach flüüsse, 
wänn ich truurig bin. "
(Andrew Bond, Musizin)

Ist das nicht einfach sehr treffend? Ist das nicht die passende Antwort auf die Frage, wie es einem geht?

Das Lied geht so weiter:

" Mängisch bruuchts im Läbe eifach Hoffnig.
Mängisch bruuchts Geduld und mängisch Muet.
Meischtens bin ich aber froh und glücklich.
Meischtens gaats mir guet."
(Andrew Bond, Musizin)

Ich finde eigentlich keine passendere Antwort.

Denn auch heute bin ich auch froh und glücklich. Und manchmal kommen die Tränen wieder, die ganze Traurigkeit um unsere kleine Julia.

Wenn ihr's noch nicht gemerkt habt, ich bin ein grosser Fan von diesem Lied : –)! Ich hab's auf iTunes gekauft (Ende des Werbeblocks ; –)...).



Ein Vögelein für Julia

Gestern bekam Julia Besuch auf dem Friedhof. Besuch von ihrer Oma. Ihre Oma war zum ersten Mal seit der Beerdigung auf dem Friedhof. Sie hat ein wunderschönes, zartes Vögelein mitgebracht.
Ich hoffe, dass ich morgen ein Foto machen kann.
Auch wenn wir sonst nichts mehr für Julia tun können, ist es für uns wichtig, wenigestens ihre Ruhestätte in einem schönen Zustand zu halten. Sie hat zwar selber nichts mehr davon, aber uns tut es gut, wenn wir dort ein hübsches Plätzchen für eine hübsche Tochter haben.


7.11.12

Räbeliechtli

Ich denke, es gibt keine Schweizer, die den Räbeliechtli-Umzug nicht kennen!

Gestern war es wieder so weit! Am Montagabend kamen die Kinder mit ihren Eltern zum alljährlichen Räbe-Schnitzen. Da ich eine kleine Klasse habe, ging das ziemlich flott über die Bühne. Es gab sogar Eltern, die beim Aufräumen halfen! Die Stimmung war gemütlich, die Kinder fleissig und deren Eltern ebenfalls.

Zum guten Glück verbesserte sich gestern das trübe Wetter im Laufe des Tages. So erlebten die Kinder nämlich wieder einen wunderschönen Räbeliechtli-Umzug. Der gemeinsame Abschluss um die Feuerschale ist für mich das neue Highlight. Dann singen wir alle zusammen die Lieder nochmals und anschliessend bekommt jedes Kind ein Zuckerbrötchen.

Für die Lehrkräfte geht es dann weiter: Mit Glühwein und Pommes. Auch eine langjährige Tradition!
Allerdings findet das Ganze in einem Restaurant statt. In der Mitte des Tisches steht dann eine Platte mit Pommes und diese ist innert wenigen Minuten leer.

Der Räbeliechtli-Umzug ist also eigentlich ein ganz gemütlicher Anlass!


5.11.12

5 Monate

Liebe Julia

Nun sind es schon fünf Monate seit du uns verlassen hast. Wir fragen uns oft, wie es im Himmel ist, was du dort machst und wie du dort aussiehst. Die Gewissheit, dass du am erdenklich besten Ort bist, gibt uns viel Trost. Wir würden so gerne einen Tag mit dir verbringen. Wir würden dir sagen, wie sehr wir dich lieben, wie gerne wir Zeit mit dir verbracht hätten, wie gerne wir dir die Welt gezeigt hätten. 

Irgendwann lernen wir den Himmel auch kennen. Dann zeigst vielleicht du uns den Himmel. Dann schliessen wir dich wieder in unsere Arme und sagen dir, wie sehr wir dich lieben.

Julia, auch wenn die Wunden irgendwann zu gehen, eine grosse Narbe wird wohl für immer bleiben! Du hast uns so viel gelehrt und unser Leben bereichert! Und jeden Tag werden wir erneut erinnert, welch grosses Geschenk du für uns warst! 

Als ich fünf Monate mit dir schwanger war, flitzten wir gemeinsam über die Pisten. Sogar über die Schwarzen :-)! Und immer wenn wir wieder unten angekommen sind, habe ich gespürt, wie du deine Fitnessübungen im Bauch machst! Das sind wunderschöne Erinnerungen! 

Deine Mama




3.11.12

Amazing Grace




Through many dangers, toils and snares
I have already come;
'Tis Grace that brought me safe thus far
and Grace will lead me home.



(The Lord has promised good to me.
His word my hope secures.
He will my shield and portion be,
As long as life endures.)
~~~

2.11.12

Wieder eine Woche geschafft :-)

Und die Bilanz?

Es geht doch schon viel besser :-)! Nicht, dass ich irgendwie grosse Freude bei der Arbeit verspüre. Ich bin noch viel zu sehr damit beschäftigt, möglichst alles auf die Reihe zu kriegen und vergesse dabei immer wieder, mal kurz durchzuatmen und die Stunden mit den Kindern und die Vorbereitungen zu geniessen. Ich bin aber überzeugt, dass das schon ganz bald wieder so sein wird. Die Kinder scheinen gerne zu kommen und überhäufen mich jeden Morgen mit Zeichnungen und kleinen gebastelten Geschenken. Auch die ehemaligen Kindergärtner kommen täglich vorbei. Das ist schön und tut der Seele sehr gut.

Sonst gehe ich im Moment manchen Leuten ein bisschen aus dem Weg. Das hilft mir, mich nicht immer wieder denselben Geschichten stellen zu müssen. Das braucht zur Zeit zu viel Energie. Wenn ich dann bereit bin, lasse ich mich wieder auf Gespräche ein. Aber für den Moment möchte ich den Schwerpunkt auf die Arbeit mit den Kindern legen.

Ich hatte mir den Wiedereinstieg viel einfacher vorgestellt. Da merkt man plötzlich wieder, dass der Weg der Trauer noch ein langer ist. Gerade, wenn man denkt, dass man wieder ein Stück Normalität zurückgewinnt, wird man gebremst. Das ist gut so! Auch wenn es manchmal sehr weh tut. Aber Julia nimmt nun mal einen grossen Teil ein :-).

Noch eine kleine erfreuliche Geschichte: Heute konnte ich in die Frauenarztpraxis gehen, ohne nachher niedergeschlagen raus zu kommen. Zwar hörte ich viel Babygeschrei, aber es machte mir nichts aus. Während ich heute wieder eine gute Stunde liegen musste, liess ich mir die schönen Erinnerungen an Julia durch den Kopf gehen. Der erste Ultraschall, die Freude über die bestätigte Schwangerschaft, der zweite, dritte etc. Ultraschall, die Herztönchen hören, ihre Bewegungen sehen, sehen, wie sie am Daumen lutscht etc.

Heute bin ich also mal nicht so "down" wie sonst in letzter Zeit :-)! Hoffentlich hält der Aufwärtstrend an! Ich könnte gut mal eine "Traurigkeitspause" gebrauchen...


1.11.12

Hug her once for me...

Vor einiger Zeit hat mir eine Mama, die ihr Baby fast zur gleichen Zeit "verloren" hat wie wir Julia, dieses Lied gesandt.

Hört doch einfach mal rein :-)...


31.10.12

Ein Geschenk

 "Jedes Leben ist in der Tat ein Geschenk, 
egal wie kurz, egal wie zerbrechlich.
Jedes Leben ist in der Tat ein Geschenk, 
welches für immer in unseren Herzen weiterleben wird."


Die Zeitumstellung

Ich glaube, dass ich gerade kurz im Winterschlaf war! Habe gerade gesehen, wie lange ich nicht mehr auf dem Blog geschrieben habe. Entschuldigung!!!

Diese Woche geht schon viel besser als die erste Arbeitswoche. Ich habe wesentlich weniger Termine und musste auch nicht an den Einschulungselternabend, wo ich alle ehemaligen Eltern meiner Kindergärtner gesehen hätte. Nach einem Telefonat mit einer guten Freundin habe ich mit dem Schulleiter telefoniert und er war sehr verständnisvoll. Es ist schön, dass ich noch nicht wieder in "Topform" sein muss und mir viel Respekt entgegengebracht wird. So ist der Druck nicht mehr so gross und kann ich auch weiterhin in meinem Tempo trauern.

Im Moment gehe ich Vielem aus dem Weg. Ich habe gemerkt, dass es viel zu viel Energie braucht, mit allen Leuten, die mich auf der Strasse ansprechen, über Julia zu reden. Ich muss dann immer stark sein und bin dann zu Hause umso schwächer. So gehe ich nun manchen Leuten aus dem Weg und gehe auch nicht an jede Veranstaltung (Trägerkreissitzung, Klassentreffen etc.), weil ich einfach noch nicht bereit dafür bin.

Ich finde es schwierig, meine Schwäche zuzugeben. Aber ich merke auch, dass alle grosses Verständnis dafür haben und ich deswegen nicht als "Schwächling" abgestempelt werde. So lerne ich auch, dass es wichtig ist, ehrlich über mein Befinden zu sein. Und so lernt man doch jeden Tag wieder etwas Neues dazu :-)!

Ich habe mich immer davor gefürchtet, wieder Rückschritte zu machen. Diese sind nun passiert und haben aber auch eine "wunder"bare Seite. Mein Mann und ich konnten in den letzten Tagen so gut über das Geschehene sprechen und wieder ein Stück mehr verarbeiten. Und wenn ich immer wieder denke, dass ich ihn nicht noch mehr lieben könne, wird die Liebe zu ihm noch grösser. Das ist ein wunderschönes Geschenk. Wir helfen uns gegenseitig, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren und Bagatellen bekommen so immer weniger Platz. Das ist doch auch ganz schön :-)?!?




Und übrigens: Ich liebe Schnee! Was für ein super Winterauftakt!!! Hoffentlich lässt der nächste Schneesturm nicht zu lange auf sich warten!

26.10.12

Die erste Woche

Huuuuiiii, die Zeit vergeht wie der (Herbst-)wind! Ich komme fast nicht zum Blog-Schreiben ;-)!
Deshalb werde ich auch erst morgen oder übermorgen eure Kommentare mal endlich beantworten - sorry!

Die erste Woche habe ich gut überstanden! Es fühlt sich immer noch sehr komisch an, wieder am selben Ort zu arbeiten. Ich werde oft auf Julia angesprochen und das braucht enorm viel Energie. Das ganze Dort weiss Bescheid und so kann ich auch nicht "rasch" ein Brötchen kaufen gehen, ohne dass ich immer wieder aufgehalten werde. Die Leute sind zwar sehr lieb und wollen das Beste, aber zeitweise erdrückt es mich fast.

Nun zum wirklich Erfreulichen: Meine Klasse besteht aus "wunder"-baren Kindern. Jedes einzelne Kind hat seine "wunder"-baren Seiten und das schätze ich nun nochmals viel mehr. Die Klasse ist sozial sehr stark und harmoniert super! Wir können viel zusammen lachen. Wer hätte gedacht, dass das schon so schnell wieder möglicht ist :-)? Wenn ich das Ganze von dieser Seite betrachte, bin ich absolut am richtigen Ort!

Heute Nachmittag war ich wieder bei der Eisen-Tankstelle. Es war schon wieder ein bisschen leichter, in die Frauenarzt-Praxis zu gehen! Vom Zimmer nebenan tönte das CTG-Gerät. Ich hörte ein Baby-Herzchen schlagen. Das war hart! Und ich konnte nicht aufstehen, noch weglaufen, noch die Ohren schliessen. Aber auch das ist irgendwie vorbeigegangen!

Nun wünsche ich euch allen schon einmal ein schönes, erholsames Wochenende! Es ist höchste Zeit, in den Winterschlaf zu gehen :-)! Morgen kommt ENDLICH der erste Schnee!!! Wer freut sich mit mir?

24.10.12

Limited

Limited energy: Ich merke, wie mich die Arbeit sehr mitnimmt. Zwar habe ich viel Freude daran, wieder aktiv sein zu können und die Normalität zurückzugewinnen. Dennoch waren die zwei Tage im Kindergarten sehr anstrengend. Gestern Abend war dann auch noch ein Elternanlass. Also sozusagen bin ich wieder ganz im Business.

Limited hands: Da ich dieses Jahr nur kleine Kindergartenkinder habe, muss ich selber viel mehr agieren. Sie sind sehr süss und sprudeln vor Ideen. Dass es keine grossen Kinder gibt, die mal "STOPP" rufen, fehlt mir schon ein bisschen. Ich muss auf eine ganz andere Art und Weise unterrichten. Neue Herausforderungen sind auch gut! Wenn ich doch nur noch ein paar Hände mehr hätte!

Limited time: Heute Morgen hatte ich "frei". Meine Hausaufgaben für die Weiterbildung standen auf dem Programm. Ich dachte, dass mir dieser Morgen locker reichen würde, die Hausaufgaben zu machen und den morgigen Tag vorzubereiten. Fehlanzeige! Ich habe nicht einmal die Hausaufgaben fertig geschafft :-)...

Limited strength: Seit ich wieder arbeite, kommen Eltern, Kinder und andere Leute aus dem Dorf auf mich zu. Das ist ja sehr schön, aber auch sehr anstrengend. Denn nun muss ich stark sein und darf nicht immer meinen Emotionen freien Lauf lassen. Ausserdem kommen einige Leute mit ihren Schicksalschlägen und was sie sonst noch alles in der Verwandtschaft erleben. Dafür habe ich im Moment die Kraft noch nicht. Ich kann zwar stark bleiben, bin dann aber zu Hause sehr emotional und "schwächlich".

Limited hearing: Gestern wollte ich meine Ohren spülen gehen, da ich nicht so gut höre. Dieses Prozedere kenne ich gut. Mein Hausarzt sagte aber, dass die Ohren ganz sauber wären. Er sehe aber das Problem schon: Die Funktion "Eustachische Röhre" wäre nicht in Ordnung. Aaaaha! Alles klar. Ich verstehe jeweils Chinesisch, obwohl das nun wirklich nicht am Gehör liegt ;-)! Nun ja, jetzt muss ich mal Kortisontröpfchen die Nase hoch sprühen und in drei Wochen wieder zur Kontrolle gehen.

Limited sleep: Eigentlich würde ich jetzt gerne in den Winterschlaf gehen. Wer kommt mit :-)?


22.10.12

Achtung, fertig, los...!

Heute fing ich wieder mit der Arbeit an. Die Nacht war fürchterlich, zumal die Zeit einfach nicht verging.

Am Morgen hatte ich genügend Zeit im Kindergarten um noch die letzten Sachen vorzubereiten.

Als die Kinder kamen, war ich sofort wieder voll zurück und gewissermassen auch wieder "zu Hause" im Berufsalltag. Die strahlenden Kinderaugen, das viele Lachen und die Ehrlichkeit taten mir sehr gut.

Nach dem Morgen war ich total erschöpft. Ich bin es mir nicht mehr gewohnt, die ganze Zeit herum zu rennen und zu schauen, dass keine grösseren Katastrophen vonstatten gehen. Sie sind so furchtbar originell, was sie noch alles anstellen könnten, die Kleinen!

Ausserdem sind sie noch nicht mit den Regeln vertraut, die bei mir gelten. Ich muss ja eine fürchterlich strenge Kindergärtnerin sein ;-)!

Ich bin froh, dass der heutige Tag gut verlaufen ist. Wieder ein Stück Normalität zurück!

Übrigens gab es auch ganz schöne Begegnungen mit ehemaligen Kindergärtnern und deren Eltern. Auch im Lehrerteam wurde ich wieder herzlich empfangen. Und doch: Es bleibt komisch. Ich sollte jetzt Mama sein und mich um Julia kümmern. Mama bin ich, aber ich darf mich nicht um sie kümmern. Stattdessen kümmere ich mich um viele andere Kinder und bemühe mich, wenigstens dort etwas auf ihren Weg mitgeben zu können.






Sooooo... Und jetzt geht's ab ins Bett!!! *schnarch*

18.10.12

Anlauf holen

Diese Woche laufen die Vorbereitungen für das nächste Quartal im Kindergarten auf Hochtouren.
Da es ziemlich viel zu tun gibt, komme ich immer mehr ins Berufsleben zurück. Nur sind noch keine Kinder da. Wenn sie aber draussen spielen und immer wieder durchs Fenster gucken, dann kommt bei mir Freude hoch. Ihre Augen glänzen und ihre Neugierde ist nicht zu übertreffen.

Manchmal wäre es schön, wieder einmal Kind sein zu können. Dann könnte man unbeschwert die bunten Blätter sammeln, in einem Blätterhaufen hüpfen und gespannt durchs Fenster schauen.

Ich hoffe, dass ich diese Unbeschwertheit eines Tages wieder erleben kann. Manchmal kann ich es jetzt schon wieder. Nur diese Woche stehe ich auf HOCHspannung, weil ich HOCH gespannt bin, wie mir der Einstieg in die Arbeitswelt wieder gelingt.

17.10.12

Drrrrrrrrr...

Das Telefon klingelt.

Um 19.00 Uhr.

Weil dann alle zu Hause sind.

Die beste Chance für Versicherungsmakler.

Er: "Haben Sie Kinder?"

Mein Mann: "Nein, noch nicht!"

Ich war entrüstet.

Aber ich kann meinen Mann gut verstehen. Wir wollen ja keine neue Versicherungsprodukte, noch möchten wir, dass wir ihnen die ganze Geschichte von Julia erzählen müssen. Um solche Versicherungstypen möglichst schnell abwimmeln zu können, war das bestimmt die beste Antwort.

Und doch fühle ich den Schmerz in meinem Herzen. Wir haben ein Kind und das sagen wir sonst auch allen. Nur in solchen Fällen stellt sich wirklich die Frage, welche Antwort die beste ist.

Versteht ihr mich :-)?

Unsere Baustelle

Sehr erfreulich ist, wie unser Haus immer bewohnlicher aussieht. Am Wochenende waren wir wieder auf der Baustelle und waren überrascht, dass im Aussenbereich der Boden schon fast fertig mit Platten ausgelegt war.

Ausserdem haben wir letzte Woche die Aussenbeleuchtung ausgesucht und bestellt. Irgendwie können wir uns gar nicht vorstellen, dass es noch fast ein halbes Jahr dauert, bis wir umziehen können.



16.10.12

Angst

Seit ein paar Tagen habe ich ziemlich Angst vor dem Wiedereinstieg in den Berufsalltag. Ich finde es schwierig, wieder an den Ort zurückzukehren, wo alle meine Geschichte kenne, wo sich alle mit uns auf Julia gefreut hatten.

Meine Angst lässt sich ziemlich genau definieren. Ich habe Angst, nicht alle Anforderungen erfüllen zu können, keine Ideen zu haben, keine Zeit zum Trauern mehr finden etc.

Schlimm sind die Angstgefühle meistens in der Nacht. Da träume ich, wie ich von den kleinen Knirpsen zu Boden geschlagen werde, wie andere Lehrkräfte mir Druck aufsetzen, wie die Eltern der Kinder vor der Türe stehen und mich loswerden wollen. Zum Glück werde ich aus solchen Träumen dann jeweils von meinem Mann aufgeweckt.

Ich hoffe schon, dass ich diese Gefühle schnell loswerde. So kenne ich mich gar nicht. Und eine gute Arbeitsstelle und liebe Arbeitskollegen auch.

Hoffentlich löst sich dieser Knoten bald und kann ich mich wieder freuen auf das, was kommt.